Zuchtstuten

Was ist also ein angemessener Text fĂĽr die Stuten, oder die "Perlen der Zucht" von denen immer wieder gesprochen wird, die wir unser eigen nennen dĂĽrfen?

Nun, alles begann mit der Rettung von Shire Call XX und Sambatänzer, eine tränenreiche Geschichte, die auch viel Aufmerksamkeit und Veröffentlichung fand. Ich will sie nicht nochmals wiederholen. Sie finden Sie unter dem Reiter Shire Call XX!

Aber einmal vom "Zuchtvirus" infiziert, hatte das damalige Noch-Ehepaar Horst, durchaus Planungen, seine Pferdezucht zu erweitern oder zumindest zu arrondieren. So passierte es, dass ein "Verkaufsberater" des Trakehner Verbandes uns auf die Auktions-Nr. 111 des Hengstmarktes Neumünster 2008 aufmerksam machte. Kollege Erwin Kirchen, musste krankheitsbedingt seine Trakehnerzucht auflösen und bot auch eine der wenigen Trakehner Scheckstuten - hier Celin Dion - zum Kauf an. Eigentlich war es gar nicht unser Fokus, ausgerechnet auf diesem "Hengst"markt eine weitere Zuchstute zu kaufen, aber wir wussten, das unser Hengst Sambatänzer ganz hervorragend mit der Familie der Cresta Star XX funktionieren würde, das hatten andere Züchter bereits bewiesen! Kurz und gut, wir steigerten mit. Beim ersten Durchgang ging der Zuschlag noch an einen Dritten, aber als dieser dann das Versteigerungsrevers nicht gegenzeichnen wollte (auch bei Versteigerungen werden die Sitten/ oder das Benehmen immer schlechter), kam die Stute erneut in den Ring und war dann irgendwann "unser". Aber die Freude währte nur kurz! Waren wir erst begeistert, dass die Stute, Ihre Trächtigkeit aus Chardonnay, trotz allem Auktionsstress halten konnte, so kolikte sie klinikpflichtig bereits in der ausgehenden Trächtigkeit und in allen Trächtigkeiten die noch folgen sollten. So war bereits das erste Fohlen mit 1200 € Klinikkosten belastet, bevor es auf die Welt kam. Wirtschaftlich war dies reiner Wahnsinn und ein absoluter Fehlgriff, wie sagt man so schön "an dem Tag wären wir besser im Bett geblieben :-( "! Pikant kam noch hinzu, dass auch die Ambition ein wenig in der Scheckzucht mitzumischen nachhaltig durchkreuzt wurde. Von allen drei Fohlen die sie gebähren sollte, waren alle einfarbig. Sowas nennt man "Züchterglück"! Natürlich waren alle drei - wie schon zuvor ausgeführt - mit erheblichen Klinikkosten belastet. Aber es sind nicht nur Klinikkosten, die entstehen, jede Kolik stellt ein eigenes, gravierendes Risiko dar. Zumal man sicher davon ausgehen musste, dass sie kommt! So geschah es in diesem Frühjahr, das sich das Glück von Celin Dion wie Seife verbraucht hatte. Der sofort gerufene Tierarzt kam wegen Stau zu spät. Trotz aller Mühen und der sofortigen Einweisung in die Klinik Leichlingen, kam auch die dort durchgeführte Kolik OP zu spät. Celin musste wenige Tage darauf eingeschläfert werden. Was mir blieb war ein totes Pferd, und natürlich noch ein Rosenkrieg, mit meiner zukünftigen Exfrau. Cyber Mobbing macht in gescheiterten Ehen so richtig Spaß! Egal was sie stänkert, mein Team hat in allen Belangen richtig und umsichtig gehandelt. Für Verzögerungen durch Stau ist nichts und niemand verantwortlich zu machen. Dies ist alltägliches Risiko. Verantwortung trägt jener, der eine Stute zum Hengst bringt, wissend, dass diese zur Zucht vollkommen ungeeignet ist, und dies war die mobbende schlussendlich selbst!

Indes möchte ich nicht auf "ollen Kamellen" rumreiten. Zucht heisst ja schliesslich "die Zukunft" im Blick. Zukunft ist sicherlich auch eine der Töchter unserer Stammstute Shire Call XX, nämlich Shire´s Red XX von uns nur "die Rote" genannt. Auch Sie sollte - wie Ihre Mutter - zunächst in den Sport und auf die Bahn gehen. Doch auch dort war Ihr nicht das nötige Fortune beschert, Gleichbeinbruch und Schaden an der tiefen Beugesehne standen einer nachhaltigen Rennkarriere im Wege. Doch eine Familie Horst lässt Ihre Pferde nicht im Stich. Die Rote fand einen Platz im heimischen Zuchtstall. Nach einer beeinruckenden Zuchtprobe von Houston freuen wir uns auf viele weitere gesunde Fohlen von der Roten!

Ja, und last but not least unsere jüngste "Errungenschaft", auf dem Hengstmarkt 2010, dem Gribaldi-Markt, was Axel "going nuts"! Gribaldi - der Vater von Totilas - war unweit vor dem Hengstmarkt verstorben. Er wurde immer wieder als "einer der grossen" bemüht. Und natürlich konnte nur ein Gribaldi-Sohn Körsieger werden, was mit Imhotep dem Verband - mit Verlaub - nichts als Ärger eingebracht hat. Wir müssen nun unsere Brötchen ein wenig zu hart verdienen, als dass wir auf einen Körsieger steigern würden, aber mit einer Stute darf man es ja mal versuchen ... Nun wurde Oracle, Prämien- und Staatsprämienstute des Verbands aufgerufen, und wie es manchmal so ist, nach dem letzten Bietergefecht war die Stimmung nicht gut im Saal und die Gebote mochten nicht klettern, wie dies bei dieser Abstammung aktuell zu erwarten war. Irgendwann habe ich nicht mehr viel nachgedacht, mir den Katalog geschnappt und diesen hochgehalten und sehr schnell war die Stute mir. Spontankauf, rein aus dem Bauch heraus! Aber die erste Zuchtprobe hat bereits gezeigt, dass wir noch sehr viel Gutes von Oracle erwarten dürfen. Sie hat bereits einen würdigen Platz in unserer Zucht eingenommen und wird diesen weiter innehalten!